Empfehlen Sie diese Seite weiter

Senden Sie einem Freund den Link der aktuellen Seite.

Bitte füllen Sie alle Adressfelder aus
CAPTCHA
Mit dem Betätigen der Taste Absenden willigen Sie in eine Datenspeicherung auf diesem
Server ein. Bitte beachten Sie auch unsere Hinweise zur Datensicherheit und unsere AGB.

Vitamin D schützt vor chronischen Erkrankungen

Zu viel Sonne schadet – zu wenig jedoch auch! Immer mehr Studien liefern Hinweise darauf, dass ein Mangel an dem lebensnotwendigen Vitamin D3, das der Körper selbst herstellen kann, wenn wir ausreichend oft in die Sonne gehen, zu zahlreichen Erkrankungen führen kann. Nicht nur die sogenannte „Winterdepression“ gehört hierzu, sondern auch zahlreiche andere, teilweise schwere chronische Erkrankungen, wie Krebs, Herz-Kreislauf-Störungen, Bluthochdruck, Diabetes, Multiple Sklerose sowie psychiatrische Leiden wie Schizophrenie.

Tatsächlich ist das Sonnen-Vitamin gar kein Vitamin, da es der Körper – anders als bei „echten“ Vitaminen, die man über die Nahrung zu sich nehmen muss –, selbst herstellen kann. In seiner Wirkung ähnelt es vielmehr einem Hormon und reguliert zum Beispiel den Blutdruck sowie den Kalziumstoffwechsel in den Knochen und spielt so eine wichtige Rolle für die Prävention von Osteoporose.

Bis zu 200 Gene soll Vitamin D3 außerdem beeinflussen, unter anderem in Darm-, Prostata-, Nerven und Brustdrüsenzellen. Und deshalb richtet sich das Augenmerk in jüngster Zeit immer stärker auf diesen Stoff. Der Grund: All diese Gene kontrollieren den bei der Tumorbildung wichtigen Zelltod und die Zelldifferenzierung. Verschiedene Studienergebnisse ermittelten beispielsweise ein um 50 Prozent niedrigeres Risiko für Darmkrebs bei Patienten mit ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel. Einer anderen Analyse zufolge konnte die tägliche Einnahme von 1000 IE (Internationale Einheiten) Vitamin D3 das Risiko für Brustkrebs etwa halbieren. Auch in Tierexperimenten konnte nachgewiesen werden, dass der Vitamin-D-Stoffwechsel eine wichtige Rolle bei der Tumorentstehung hat.

Beobachtungsstudien aus Schweden mit sehr ermutigen Ergebnissen weisen außerdem darauf hin, dass die Vitamin-D-Versorgung auch ein Faktor bei der Entstehung von Demenz und Parkinson ist. In der Nachbeobachtungszeit stellte man fest, dass in der Gruppe mit den höchsten Werten im Vergleich zu den Probanden mit den niedrigsten Werten um 67 Prozent weniger Menschen an Parkinson erkrankten. Auch Demenz-Patienten, die an einer italienischen Studie teilnahmen, zeigten schlechtere kognitive Leistungen, wenn ein Vitamin-D-Mangel vorlag.

Viele Rheumatiker sind ebenfalls von einer Unterversorgung betroffen und die Anzahl und Schwere der Schübe scheint mit dem Grad des Mangels zu korrelieren. Ob die derzeit empfohlene Tagesdosis von 800 bis 1000 IE ausreichend ist, um die Krankheitsaktivität einzudämmen, ist unklar. Viele Rheumatiker berichten jedoch, dass sie im Sommer weniger stark eingeschränkt sind.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit, Vitamin D selbst zu bilden, immer weiter ab. Auch verbringen ältere Menschen aufgrund einer häufig anzutreffenden Mobilitätseinschränkung mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Menschen mit dunkler Hautfarbe, die in europäischen Breitengraden leben, sind ebenfalls stärker gefährdet, unter einem Vitamin-D-Mangel zu leiden, da sie sich viel länger in der Sonne aufhalten müssen, um die gleiche Menge zu bilden wie ein hellhäutiger Mensch.

Da Vitamin D in großen Mengen nur in wenigen Lebensmitteln enthalten ist, so zum Beispiel in Lebertran, Hering, Lachs und Sardinen, bleibt in der Regel nur die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese sind rezeptfrei in verschiedenen Dosierungen in Apotheken, Reformhäusern und Drogeriemärkten erhältlich. Ob eine Unterversorgung vorliegt und in welcher Höhe Vitamin D supplementiert werden soll, darüber kann eine Blutuntersuchung beim Arzt Auskunft geben. Wer nicht mindestens 30 Minuten täglich im Freien verbringen kann, um Kopf und Arme dem Sonnenlicht auszusetzen, sollte 800 bis 2000 IE Vitamin D3 einnehmen, raten Experten.

Die hier genannten Informationen stammen aus dem sehr lesenswerten Artikel von Marion Hofmann-Aßmus, erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung (Ausgabe 50 / 2010).